Tag 5: Glen Coe-Tal, Sonnenuntergang & eine klare Nacht

/// Fotoausrüstung Tag: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 50mm 1,8 Festbrennweite; Canon 18-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Canon 75-300mm 4,0-5,6 TelezoomCanon 60mm Makro; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact); ND bzw. Graufilter, 1000x, 67mmErsatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Glen Coe ist das wohl schönste und atemberaubenste Tal Schottlands. Es wird durchzogen von der A82, welche die Städte Glasgow und Edinburgh mit dem Norden Schottlands verbinden. Da es innerhalb der Gebirgszüge nur wenige Verbindung gibt, ist diese dementsprechend sehr stark befahren. Die Straße windet sich durch Täler, Hochebenen, Seen und Flüsse. Immer wieder sind die hohen Bergmassive Schottlands zu sehen.

Das Highlight des Tals sind die Three Sisters, welche relativ am Ende der Strecke Richtung Fort William am linken Straßenrand erscheinen. Generell sind immer wieder Ausweichen und Parkplätze vorhanden, um die Landschaft zu bestaunen und Fotos zu machen. Eine beträchtliche Anzahl an Reisebussen mit Scharenweise Touristen trübt den Eindruck des verlassenen Tales etwas.

Three Sisters, Glen Coe-Tal, Highlands
Three Sisters, Glen Coe-Tal, Highlands

Allerdings gibt es zahlreiche nur wenig besuchte Wanderwege abseits der vielbefahrenen Straße, die sehr gut erhalten sind. Gutes Schuhwerk ist hingegen trotzdem zu empfehlen. Wir unternehmen einige kurze Wanderungen, vorbei an großen und kleinen Wasserfällen. Auch ein gemütliches Picknick am Rande eines plätschernden Bächleins inklusive gemauerter Steinbrücke darf nicht fehlen Zu unserer Verwunderung lassen uns die sehr lästigen Mosquitos, die Midges, in Ruhe.

/// Fototipp: Gerade bei Landschaftsfotografie eignen sich Weitwinkelobjektive (bis max. 28mm). So lässt sich die schier endlose Weite einer Landschaft einfangen. Achte aber darauf, dass du immer ein Objekt im Vordergrund hast (Baum, Stein, etc., diese gibt dem Bild den richtigen ‚Kick‘. ///

Steinbrücke am Rande eines Wanderweges in Glen Coe
Steinbrücke am Rande eines Wanderweges in Glen Coe
Fotoausrüstung, Glen Coe, Highlands
Fotoausrüstung, Glen Coe, Highlands
Grüne Landschaft im Glen Coe-Tal, Highlands
Grüne Landschaft im Glen Coe-Tal, Highlands
Kleiner Wasserfall, Glen Coe, Highlands
Kleiner Wasserfall, Glen Coe, Highlands
Coupall River mit Bergen im Hintergrund
Coupall River mit Bergen im Hintergrund

/// Fotoausrüstung Nacht: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 50mm 1,8 Festbrennweite; Canon 28mm 2,8 Festbrennweite; Canon 10-18mm 4,5-5,6 UltraweitwinkelMittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Zurück in Ballaculish konnte am Abend in der Bucht des Städtchens (Unterführung unter der Hauptstraße) ein wunderschöner Sonnenuntergang beobachtet werden. Während des Sonnenuntergangs können wir sogar einen Otter beobachten, welcher fröhlich auf Muscheln und anderen Meeresfrüchten herumkaut. Otter sind normalerweise extrem scheu und nur mit Ferngläsern zu beobachten – dieser hier war keine 70 Meter von uns entfernt. Der Himmel ist klar, was auf eine verheißungsvolle Nacht hindeutet – denn klare Nächte sind in Schottland äußerst selten.

Otter im Loch Leven, aufgenommen mit 300mm Teleobjektiv
Otter im Loch Leven, aufgenommen mit 300mm Teleobjektiv
Sonnenuntergang Loch Leven, Ballaculish, Highlands
Sonnenuntergang Loch Leven, Ballaculish, Highlands
Kleiner Wald und Sonnenuntergang, Loch Leven, Highlands
Kleiner Wald und Sonnenuntergang, Loch Leven, Highlands

So gehen wir heim, stärken uns und warten gemütlich mit eine Glas Whiskey bis 1 Uhr früh, um nochmals hinauszugehen und die Sterne zu betrachten. Nachdem zum meinem Verwundern anfangs die Tasten meiner EOS 70D nicht mehr funktionieren (liegt es an der hohen Luftfeuchtigkeit oder an der Kälte) entstehen später doch noch akzeptable Sternenbilder. Leider befindet sich in meiner Fotoausrüstung kein wirklich lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (ausgenommen einem 28mm 2.8). Trotzdem versuche ich es mit meinem 10mm 4,5 Objektiv sowie meinem 28mm 2.8 und ISO-Werten bis 3200, um das Bildrauschen in Grenzen zu halten. Hier gilt für mich die Regel: Besser Bilder mit Rauschen als gar keine Bilder.

Sternenhimmel, 28mm, F 2.8, ISO 3200, 25 Sek.
Sternenhimmel, 28mm, F 2.8, ISO 3200, 25 Sek.
Sternenhimmel, 28mm, F 2.8, ISO 3200, 15 Sek.
Sternenhimmel, 28mm, F 2.8, ISO 3200, 15 Sek.

Der Himmel und die Milchstraße sind für das menschliche Auge atemberaubend. Wir sehen sogar einige Sternschnuppen und Satelliten, die über uns herunterkommen und Kreisen. Ein wahrliches Geschenk.

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Tag 13: Duntulm Castle, Skyebier & eine sternenklare Nacht

/// Fotoausrüstung Tag: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 18-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Canon 75-300mm 4,0-5,6 TelezoomCanon 60mm Makro; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Nach einer unruhigen Nacht stehen wir auf. Der noch nicht gelöste ‚Auto-im-Schlamm-stecken-geblieben-Vorfall‘ vom Vortrag hat uns einen unruhigen Schlaf bereitet.

Im Schlamm festgefahren
Im Schlamm festgefahren

Trotzdem sitzen wir uns erstmal an den Frühstückstisch. Gestärkt machen wir uns auf die Suche nach einem Helfer in unmittelbarer Umgebung, der uns mit unserer Auto-Misere helfen kann. Wenige hundert Meter von unserem Cottage entfernt wohnt der erste Nachbar. Wir klopfen an der Tür, doch öffnet uns nach zwei Versuchen niemand die Tür. Ich versuche es ein letztes Mal. Ein in zerrissenem T-shirt steckender Schotte öffnet uns die Tür. Wir tragen ihm unser Problem vor und er versichert uns, in fünf Minuten bei unserem Cottage zu sein. Wir freuen uns über die Hilfe und gehen zurück. Noch nicht einmal den Abschlepphaken an unserem Volvo befestigt, ist unser Helfer bereits mit seinem in die Jahre gekommenen Mondeo vorgefahren. Wir vertauen die beiden Wagen und steigen ein. Der erste Versuch schlägt fehl, unser Volvo hat sich zu tief in den schlammigen Morast eingegraben. Erst nach einigen mehreren Ziehversuchen lösen sich die Reifen aus dem matschigem Untergrund und wir sind frei. Wir möchten unserem Helfer eine Entlohnung anbieten, doch dieser winkt ab und sagt nur „You’re on holiday here, enjoy it“. Später kaufen wir ihm eine Viererpackung Isle of Skye-Ale und stellen ihm diese auf die Veranda. Der Tag kann nun beginnen.

Wir fahren die Küste Richtung Norden und erreichen zuerst eine alte Wikinger Ruine, das Duntulm Castle. Die Begebenheit dieser auf einer Steilklippe und die vorhandenen Warnschilder mahnen uns zur Vorsicht.

Duntulm Castle, Skye
Duntulm Castle, Skye

Allerdings halten diese andere Besucher und deren Kinder nicht davon ab, auf den noch vorhandenen Mauern und Türmen herumzuklettern. Kopfschüttelnd über die Eltern, welche mehr in ihr Smartphone schauen als ihre Kinder zu beaufsichtigen und dadurch erst sehr spät auf das Treiben ihrer Kinder aufmerksam werden, verlassen wir die Ruine. Einige Kurven nach der Ruine befindet sich ein menschenleerer Strand – Perfekt für einige Fotos und ein Picknick.

Menschenleerer Strand nahe Duntulm Castle
Menschenleerer Strand nahe Duntulm Castle
Steinstrand und Wellen - Langzeitbelichtung mit ND-Filter
Steinstrand und Wellen – Langzeitbelichtung mit ND-Filter
Selbstgebautes Steinmännchen
Selbstgebautes Steinmännchen

Nach etwa einer Stunde setzen wir unsere Fahrt an der Küste bis zur kleinen Hafenstadt Uig fort

Kurzer Stopp am Straßenrand
Kurzer Stopp am Straßenrand

Von Uig setzen Fähren auf die inneren Hebriden über. In dem beschaulichem Städchen befinden sich ein Tearoom, ein Restaurant mit Bar, eine Tankstelle, die Skye Brewerie und eine Töpferei. Heute ist es so warm, dass wir zum ersten und letzten Mal beschließen, beim Essen draußen zu sitzen. Außerdem besuchen wir die Skye Brewery, die sich nur 100m entfernt befindet. Ich persönlich empfehle das fruchtige rote Skyebier.

Nach dem Besuch in Uig fahren wir quer durch die Insel über eine Hochebene nach Staffin zurück. Es handelt sich um eine Single Track Road, welche aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens gut befahrbar ist. Wir fahren Hügel auf und ab, schlängeln uns an Bergen entlang und halten für Schafe, die die Straße kreuzen. Außerdem finden ein idyllisches Flüsschen am Rande des Weges.

Flüsschen am Rande der Single-Track-Road
Flüsschen am Rande der Single-Track-Road

Zu Hause angekommen ist das Wetter noch immer sehr heiter. Daher fahren wir nochmal nach Staffin, um hier einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Sonnen strahlt durch den wolkenverhangenen Himmel und zaubert wundervolle Motive:

Sonnenstrahlen in der Staffin Bay, Skye
Sonnenstrahlen in der Staffin Bay, Skye
Loch Mealt in der Nähe von Staffin, Skye
Loch Mealt in der Nähe von Staffin, Skye

/// Fotoausrüstung Nacht: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 UltraweitwinkelMittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Das schöne Wetter hält sich bis zum Abend und nicht nur das, es klart komplett auf – sehr untypisch für Schottland. Das müssen wir ausnützen. Wir bleiben wie schon die Woche davor trotz Müdigkeit von der etwas unruhigen Nacht bis ein Uhr auf. Der Sternenhimmel ist Atemberaubend. Es gibt keine Lichtverschmutzung, wir müssen nur in unseren Vorgarten gehen und die Lichter des Hauses Dimmen. Die Milchstraße, der große Wagen und andere Sternbilder sind deutlich zu sehen. Immer wieder blitzen Sternschnuppen auf. Eine magische Nacht.

/// Fototipp: Verwende ein Weitwinkelobjektiv (bis max. 28mm, am besten ca. 10mm) mit hohe Lichtstärke und belichte für ca. 20 Sekunden. Der Fokus muss auf unendlich eingestellt sein. Der ISO-Wert kann je nach Lichtstärke des Objektives (z.B. Blende 4,5 mit ISO 2000) eingestellt werden. Belichtungen mit mehr als 20-25 Sekunden führen zu Verzerrungen der Sterne, da sich die Erde dreht. ///

Sternenhimmel mit Sternschnuppe über unserem Cottage
Sternenhimmel mit Sternschnuppe über unserem Cottage. Einstellungen: Ultraweitwinkel,  Brennweite 10mm, Blende 4,5, 25 Sekunden, ISO 1600;
Milchstraße
Milchstraße. Einstellungen: Ultraweitwinkel, Brennweite 10mm, Blende 4,5, 25 Sekunden, ISO 2500;

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Goodbye Scotland

Nach einer unruhigen Nacht stehen wir auf. Die Ungewissheit unseres im Parkhaus eingesperrten Autos hat uns einiges an Schlaf gekostet. Das Parkhaus sperrt offiziell um 10:00 Uhr auf, wir werden es aber schon früher versuchen. Nach einem reichhaltigem Frühstück im Willow Court holt uns unser Taxi pünktlich um 09:15 Uhr ab. Unsere Taxifahrerin ist neu im Geschäft und weiß zu erst nicht, wohin wir wollen. Nach einigen Minuten freundlichen Geplauder erreichen wir aber schließlich das Parkhaus. Zu unserer Verwunderung und Freude ist es bereits um 09:30 Uhr geöffnet. Etwas weniger Stress. Wir zerren die Koffer aus dem Taxi hinein ins Parkhaus und beginnen, das Auto auszuräumen und die Koffer zu packen – wir müssen es schließlich in einer Stunde in Edinburgh wieder zurückgeben. Kurze Zeit später sind wir mit dem Packen fertig, haben die Koffer in den Volvo geschlichtet und die zugegebenermaßen günstigen GBP 2,20 für den Parkplatz bezahlt. Die Rückfahrt zum Flughafen Edinburgh verläuft ohne Probleme und wir können das Auto sogar noch rechtzeitig zurückgeben. Die Sorgen waren umsonst, alles ist glatt gelaufen.

Im Flughafen angekommen checken wir mit dem Smartphone ein und sitzen kurze Zeit später in unserem Airbus A321 Richtung Heathrow und München.

Flughafen Edinburgh
Flughafen Edinburgh

Nachdem wir vom Flugplatz abheben gleiten die letzten 17 Tage an unseren inneren Augen vorbei. Trotz der Kälte, des rauen Windes und der lästigen Midges ist Schottland ein faszinierendes Land. Die Landschaften, die prägende Geschichte und die hilfsbereiten Einheimischen haben uns eine außergewöhnliche Zeit beschert. Noch lange werden wir uns an schroffe Berge, an kraftvolle Wasserfälle und an liebliche Orte erinnern. Sowohl die Stille und Einsamkeit als auch die mit Touristen überladenen Hotspots und natürlich die charismatischen, rauchigen, schottischen Whiskeyes haben sich in unseren Gedächtnissen eingeprägt. Doch eines wird uns ganz besonders in Erinnerung bleiben: Klare Nächte mit Sternen und Sternschnuppen, wie wir sie noch nie zuvor erlebt hatten. Danke für dieses Geschenk.

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