Tag 12 Taliskerbay, Fairypools und eine böse Überraschung

/// Fotoausrüstung: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact); ND bzw. Graufilter, 1000x, 67mm; Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Am dritten Tag auf Skye haben wir uns einiges vorgenommen: Wir wollen sowohl die Talisker Bay als auch die Fairy Pools erkunden, welche im Südwesten von Skye liegen.

Da sich unser Cottage im Nordosten der Insel befindet, steht uns zunächst eine längere Autofahrt bevor. Allerdings sind die Dimensionen der etwa 40x40km großen Insel relativ überschaubar, sodass man trotz Single-Track-Roads seine Ziele in einer angemessenen Zeit erreichen kann. Das Wetter ist trocken und teilweise sogar sonnig – perfekte Voraussetzungen für tolle Fotos bereits am Morgen.

Sonnenaufgang Nähe Staffin, Isle of Skye
Sonnenaufgang Nähe Staffin, Isle of Skye

Unsere Route führt uns von Staffin über Portree und Sligachen hin zur Talisker Bay.

Nach nur wenigen Minuten Fahrt stechen uns aufgrund des guten Wetters die Old Man of Storr, eine beeindruckende Felsformation, ins Auge. Wir halten am Straßenrand um diesen Anblick zu verewigen.

Old Man of Storr
Old Man of Storr

Unser nächster halt ist Portree, da unser Reiseföhn am Vortag den Steckdosenadapter das Licht ausgeknipst hat. Fündig werden wir witzigerweise in einer Buchhandlung, unserem ersten Stopp. Anschließend halten wir kurz in Sligachen, um die wunderschöne gemauerte Brücke, die über den gleichnamigen Fluss führt, zu fotografieren. Tolle Aufnahmen entstehen.

Aufnahme mit Langzeitbelichtung
Aufnahme mit Langzeitbelichtung
Steinbrücke bei Sligachen
Steinbrücke bei Sligachen

Ursprünglich sind unser erstes Ziel die Fairy Pools, allerdings verfahren wir uns so, dass wir aus Zufall zuerst zur Talisker Bay gelangen. Allerdings gibt es auch nicht besonders viele Straßen, woraufhin sich die Chance dieses Zufalles um einiges reduziert. Die gleichnamige Destillery befindet sich in der Nähe. Da in diese aber nach der Reihe Besucher in Reisebussen angekarrt werden, verzichten wir auf einen Besuch.

Die Taliskerbay erreichen wir über eine sehr schmale Gebirgsstraße mit wenig Verkehr. Nachdem ein Parkplatz am Rande der Straße gefunden wurde (es gibt keinen wirklichen Parkplatz, deshalb muss man auf den Straßenrand ausweichen), machen wir uns zu Fuß mit Picknick-Equipment, Jacken und Kameraausrüstung auf den Weg. Das Wetter stimmt, immer wieder kommt die Sonne zum Vorschein. Auf dem Weg zur Bay begegnen wir einem wilden Pfau, Hunden und einer Schafherde. Einige Schafe grasen vergnüglich, einige Männchen sind aufgekratzt und geraten sich im wahrsten Sinne an die Hörner.

Schafe in der Taliskerbay
Schafe in der Taliskerbay

Nach etwa 20 Minuten Gehzeit erreichen wir die Bay. Einige Besucher sind schon hier, allerdings verteilen sich diese auf die etwa 1km breite Bay. Wir erkunden diese von einer Seite zur anderen, machen unzählige Fotos von Wellen, Wasserfällen und Steinen.

Talisker Bay, Isle of Skye
Talisker Bay, Isle of Skye
Schafe in der Talisker Bay, Isle of Skye
Schafe in der Talisker Bay, Isle of Skye

Eine kleine Warnung am Rande, wenn ihr die Bay Richtung Süden (links) erkundet, werden die Steine sehr, sehr glitschig und rutschig. Nach dem es mich im wahrsten Sinne, entschuldige die Ausdrucksweise, auf die Fresse gelegt hat, bewege ich mich auf mindestens drei, manchmal auf vier meiner Extremitäten fort. Nach einigen Stunden Aufenthalt und leckeren selbst gemachten Sandwiches machen wir uns auf, zurück zum Auto. Mein Arm wird noch Wochen nach dem Sturz schmerzen, aber was macht man nicht alles für eine tolle Aufnahme.

Felsformation in der Talikser-Bay
Felsformation in der Talikser-Bay

Wir fahren die Bergstraße auf die Hauptstraße zurück und Richtung Glenbrittle, der Heimat der Fairy Pools. Die Distanz von der Hauptstraße zu den Fairy Pools sind ca. 7 Meilen. Geparkt wird auch hier Straßenrand – da wo bereits alle anderen Touristen parken. Von unserem Parkplatz bis zum Anfang der kleinen Wasserfälle ist es ein ca. 20 minütiger Fußmarsch. Da mittlerweile wieder Wolken am Himmel sind und es eine Dämmerstimmung angenommen hat, sind auch die Midges wieder sehr aktiv und überaus lästig. Auf den Wasserfällen tummeln sich eine beträchtliche Anzahl von Menschen, viele machen Fotos, andere mutige gehen sogar baden (bei ca. 13 Grad °C Außentemperatur inkl. steifer Brise). Ich persönlich bin mit mehreren Jacken unterwegs da ich es lieber warm mag. Trotz der Anzahl von Menschen, die sich glücklicherweise über einen relativ weiten Weg hoch Richtung Berg verteilen, gelingen tolle Fotos, vor allem mit ND-Filter und Langzeitbelichtung. Nicht nur einmal stehe ich in der Mitte des Baches inklusive Stativ im Wasser und warte, bis die Sonne durch die Wolken hindurch blinzelt und mir einen tollen Anblick verschafft. Am obersten Ende des Flusses angekommen habe ich Glück. Die Sonne kommt raus, scheint auf den im Hintergrund liegenden Berggipfel der Cuillin Hills und zeigt ein atemberaubendes Schattenspiel.

Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye
Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye
Fotoaufnahme mit Langzeitbelichtung
Fotoaufnahme mit Langzeitbelichtung
Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye
Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye

Nach zig verschiedenen Aufnahmen machen wir uns zügig auf den Rückweg, da es bereits 19:30 Uhr abends ist und noch eine längere Fahrzeit nach Hause bevorsteht. Ich gehe voraus Tal abwärts, um mich auf den gegenüberliegenden Hügel wieder hinauf zu kämpfen und das Auto zu holen. Zum ersten Mal komme ich in Schottland richtig ins Schwitzen. Auf der Rückfahrt halten wir nochmals in Portree an, um beim gefühltem einzigen (und extrem überfülltem) Supermarkt der Insel, um unsere Vorräte aufzustocken. Daheim angelangt wird gekocht. Kurze Randnotiz, es gibt in Portree noch einen weiteren, größeren Supermarkt inkl. vielen Parkplätzen, das erfahren wir aber erst einige Tage später.

Heimfahrt von den Fairypools, Skye
Heimfahrt von den Fairypools, Skye
Schaf auf der Straße, Hochebene von Skye
Schaf auf der Straße, Hochebene von Skye

Später am Abend fällt mir ein, dass ich noch eine wichtige Geburtstagspostkarte versenden muss. Deshalb springe ich nochmals ins Auto und fahre zum nächsten Briefkasten. Wieder zu Hause parke ich das Auto etwas weiter weg vom Cottage im davor gelegenen Rasen, da es aufklart und ich das Cottage inklusive Sterne fotografieren möchte. Allerdings rechne ich nicht damit, dass sich die Räder unseres Volvo V40 „Crosscountry“ (bewusst in Anführungszeichen) nach nur wenigen Sekunden 20-30cm im vom Regen aufgeweichten Rasen eingraben.

Am Morgen danach: eingegrabener Volvo im Vorgarten
Am Morgen danach: eingegrabener Volvo im Vorgarten

Es ist halb 12 Uhr abends und wir versuchen alles, um aus dem Morast zu kommen. Wir schieben, graben und versuchen es mit Steinplatten, die wir im Schuppen des Cottages finden. Nach eineinhalb Stunden, erdig bis zum Ellbogen vom Graben rund um die Reifen, geben wir auf. Wir brauchen Hilfe. Zerknirscht und verärgert über die eigene Dummheit gehen wir ins Bett.

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Tag 14: Sonnenaufgang, Regen & Portree

/// Fotoausrüstung Sonnenaufgang: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Canon 75-300mm 4,0-5,6 Telezoom; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact); Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Kaum schlafen gegangen, stehen wir heute schon wieder um 05:30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Anfänglich noch von der Müdigkeit übermannt, beschließe ich doch aufzustehen und ziehe alle Jacken an, die ich mitgenommen hatte. Immerhin hatte es letzte Nacht 7°C inkl. leichtem Wind. Den Zwiebellook perfekt inszeniert packe ich meine Kameratasche und sehe draußen bereits die ersten Sonnenstrahlen. Eine meiner Mitreisenden ist bereits auf und wartet am Wegrand, der zu unserem Cottage führt, gebannt auf den Sonnenaufgang. Von unserm Cottage aus haben wir Sicht auf das Meer und die davor liegenden Steilküsten. Darüber befindet sich eine dicke Wolkenschicht. Ich schraube mein Weitwinkelobjektiv auf das Kamerabajonett und die Fotoserie kann beginnen. Nach gefühlten 50 Fotos ist das Spektakel vorbei und die Sonnen ist in der Wolkenschicht verschwunden. Da wir diese Nacht nur grob drei Stunden geschlafen haben, beschließen wir, den Schlaf nachzuholen.

Sonnenaufgang 3 Breckery, Staffin, Isle of Skye
Sonnenaufgang 3 Breckery, Staffin, Isle of Skye

/// Fotoausrüstung Portree: Canon PowerShot 9G X; Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Um etwa 10 stehen wir wieder auf und sind froh darüber, den Sonnenaufgang bewundert zu haben. Mittlerweile hat sich der rote Himmel in ein grau gefärbt. Es regnet und der Wind peitscht wieder an die dünnen Fenster des Cottages. Aufgrund des Wetters entscheiden wir uns dazu, heute die mit etwa 2.300 Einwohner größte Stadt von Skye, Portree, anzusehen. Nach etwa 20 Autominuten angekommen und einen Parkplatz gefunden, schlendern wir, aufgrund des nasskalten Wetter mehr oder weniger gemütlich, durch die Straßen der Stadt. Es finden sich Buchläden, Geschäfte für Outdoorbekleidung und Läden mit typischen schottischen Wollwaren wie Schals, Hauben, Pullovern usw. Hervorzuheben ist eine indische Kleiderboutique, das Skye Batiks, welche sehr kreative Kleidung und Stofftiere in buntem und modernen Design anbietet. Portree ist darüber hinaus bekannt für seine bunte Häuserzeile am Hafen. Glücklicherweise konnte hier einige Tage zuvor ein freundliches Foto geschossen werden.

Bunte Häuserzeile von Portree, Isle of Skye
Bunte Häuserzeile von Portree, Isle of Skye

Gegen zwei Uhr packt uns der Hunger und wir beschließen in einem der hiesigen Pubs zu Mittag zu essen. Wir besuchen insgesamt drei Pubs, in allen wird uns aber mitgeteilt, dass wir zu spät für Mittagessen wären. Tatsächlich sind wir aber nicht die einzigen, die gerne noch etwas zu Mittag essen würden. Ein Urlauber nach dem anderen wird abgewiesen.  Hier sollte meines Erachtens die Öffnungszeiten etwas überdacht werden – außer die Wirte wollen sich dieses Geschäft aufgrund ihrer ‚kulturellen Tradition‘ tatsächlich entgehen lassen. Wir genehmigen uns im Relish, ein modern wirkender Delikatessenladen mit Snacks, eine heiße Fischsuppe sowie einige Süßigkeiten und machen uns nach etwa drei Stunden wieder auf den Heimweg.

Zu Hause lassen wir den restlichen Tag gemütlich ausklingen, kochen uns zu Abend und sehen die VHS des ersten James Bond aus dem Jahre 1962 an, Dr. No mit Sean Connery, an, die uns unser Vermieter freundlicherweise zur Verfügung stellt.

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