Tag 15: Kilmuir & Dunvegan

/// Fotoausrüstung: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 50mm 1,8 Festbrennweite; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Am kommenden Tag hat sich die Wetterlage leider nicht gebessert. Der Regen kommt aufgrund des starken Windes wieder von der Seite. Etwas demotiviert beschließen wir allerdings trotzdem, was aus dem Tag zu machen. Nach einem ausgewogenen Frühstück packen wir unsere Sandwiches samt Tee in der Thermokanne und machen uns auf den Weg nach Dunvegan. Dunvegan ist eine Ortschaft mit gleichnamiger alten Burg im östlichen Teil von Skye. Wir fahren über Portree, da die Straße hierbei besser ausgebaut und zumindest zweispurig ist. Auf dem Weg halten wir an einem verfallenen Cottage und erkunden einige Minuten die verlassene Gegend.

Ruine eines Cottage, Skye
Ruine eines Cottage, Skye
Schafe im Regen, Skye
Schafe im Regen, Skye

Kurz vor Dunvegan stoßen wir auf den Kilmuir Friedhof samt Ruine einer Kirche. Das Wetter passt zur Stimmung des Friedhofes. Es ist düster, der Himmel grau und leichter Regen prasselt auf uns herab.

 

Argwöhnische Schafe vor dem Kilmuir Friedhof
Argwöhnische Schafe vor dem Kilmuir Friedhof

Vor dem Friedhof beobachten einige Ziegen mit Argwohn unser Näherkommen und flüchten nach einigen Augenblicken. Auf dem Friedhof selbst befinden sich viele beeindruckende Grabdenkmäler des Macleod-Clans. Andächtig lesen wird die Inschriften der Grabsteine. Nach etwa einer Stunde Aufenthalt werden wir vom wieder erstarktem Regen dazu gezwungen, ins Auto zurückzukehren.

Kilmuir Friedhof, Isle of Skye
Kilmuir Friedhof, Isle of Skye

Wir fahren etwa 5 Minuten weiter zum Dunvegan Castle. Da sich rund um das Schloss leider Bäume befinden und es im wahrsten Sinne des Wortes zugewachsen ist, bekommt man von Außen keinen Blick auf die von Postkarten bekannte imposante Festung zu sehen. Wir erfahren, dass dieses darüber hinaus nur vom Wasser her gut einsehbar ist – schade. Da auch in dieser Burg, ähnlich wie bei Eilean Donan, die Besucher mit Reisebussen angefahren werden, verzichten wir auf einen Besuch. Am Parkplatz der Burg befindet sich ein kleiner Geschenke-Shop, in welchem ich mir meine erste schottische Haube aus Schafwolle kaufe. Anschließend fahren wir in die Ortschaft Dunvegan zurück, besuchen kurz den Strand, der aber eher nicht zu empfehlen ist und parken am einzigen Parkplatz des Örtchens. Leider hat der Regen immer noch nicht abgeklungen. Wir erkunden die größere Querstraße des Ortes und lassen uns in der Bio-Konditorei Jann’s Cake nieder. Hier gibt es wundervolle Süßspeisen, allerdings sind die Preise nicht zu verachten. Satt und glücklich machen wir uns zurück auf den Heimweg, wo wir den Abend mit der VHS Bridget Jones gemütlich ausklingen lassen.

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Tag 16: Quiraing & die Staffin Bay

/// Fotoausrüstung: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 50mm 1,8 Festbrennweite; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Am 16. Tag unserer Reise, dem letzten Tag in Skye, beschließen wir aus dem immer noch trostlosem Wetter etwas zu machen. Da der Besuch der Berge von Uig nach Staffin einige Tage zuvor auch aufgrund des Regens ins Wasser gefallen ist, beschließen wir dies heute nachzuholen. Das Wetter ist nicht perfekt, es gibt immer wieder trockene Phasen. Von Staffin aus fahren wir etwa fünf Minuten die A855 Richtung Westen und biegen dann links (vor einer Einfahrt mit Telefonzelle und Briefkasten) ab. Die Straße ist relativ steil und kurvig,  Warnschilder weisen sogar auf die Nicht-Befahrbarkeit im Winter hin. Unser Volvo mit 150PS kämpft sich tapfer die Serpentinen hoch. Wir halten einige Male, um auszusteigen und Fotos zu machen. Ich möchte hier aber erwähnt, dass das Anhalten in Ausweichen der Single-Track-Roads wenn möglich gar nicht oder nur sehr kurz gehalten werden sollte, um die Ausweichmöglichkeiten für den Gegenverkehr nicht zu besetzen.

Bergstraße, Quiraing Gebirge, Isle of Skye
Bergstraße, Quiraing Gebirge, Isle of Skye
Bergstraße, Quiraing Gebirge, Isle of Skye
Bergstraße, Quiraing Gebirge, Isle of Skye

Oben angekommen ergattern wir neben den vielen bereits angekommenen Besuchern einen Parkplatz etwas weiter hinten an der Straße. Wir gehen das Stückchen bis zur Klippe vor und biegen entlang eines Wanderweges Richtung Westen (links) ab. Atemberaubende Felsformationen ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich.

Felsformation, Quiraing Gebirge, Isle of Skye
Felsformation, Quiraing Gebirge, Isle of Skye

Der Wanderweg schlängelt sich am Kamm des Gebirges bishin zu einem Geröllfeld. Nach etwa 30 Minuten Gehzeit beschließen wir wieder umzukehren. Tolle Aufnahmen entstehen.

Quiraing-Gebirge, Isle of Skye
Quiraing-Gebirge, Isle of Skye

Anschießend fahren wir mit unserem Auto die Straße hinunter ins Tal zurück. Am Wegrand erscheint ein Friedhof, an welchem wir halten um auch diesen kurz zu besichtigen.

Friedhof am Fuße des Quiraing Gebirges
Friedhof am Fuße des Quiraing Gebirges

Unser nächstes Ausflugsziel ist wie einige Tage zuvor der Strand der Staffin Bay. Auch hier führt eine Single-Track-Road hin, gekennzeichnet ist die Straße mit „To the Beach“. Die Hauptattraktion des Strandes sind wohl die Dinosaurierabdrücke in Steinen sowie ausgeschwemmte Felsformationen. Um diese mit eigenen Augen zu sehen muss man allerdings geschickt sein und über glitschige Steine krabbeln. Vorsicht ist geboten. Etwas weiter den Strand finden sich außergewöhnliche Felsformationen, die durch das Wasser ausgeschwemmt wurden und nun einen Anschein von Instabilität erwecken. Zum Glück geht ein wenig Wind, so können die Midges (Mosquitos) nicht mehr fliegen. Gegen 5 Uhr abends kommt sogar kurz nochmals die Sonne raus und bescheint den Kilt Rock. Ein gelungener letzter Tag in Skye.

Kilt Rock, Blick vom Staffin Beach
Kilt Rock, Blick vom Staffin Beach

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Tag 17: Rückreise nach Edinburgh

Staffin auf Skye ist gut 250 Straßenmeilen von Edinburgh entfernt. Daher nehmen wir uns für die Rückfahrt einen ganzen Tag Zeit, übernachten in Stirling um am nächsten Tag von Edinburgh über Heathrow nach München heim zu fliegen.

Nachdem wir unsere drei Koffer, Rücksäcke und Kameraequipment mit Müh und Not in unserem Volvo verstaut und uns von unserem Cottage verabschiedet haben, fahren wir um etwa 09:30 Uhr los. Halt machen wir das erste mal beim Eilean Donan Castle, um die Burg, die wir bereits bei der Hinfahrt besucht hatten, nochmals von der anderen Seite aus abzulichten.

Eilean Donan Castle
Eilean Donan Castle

Da wir schon angehalten haben, machen wir eine Pause im gemütlichen Café All the Goodness. Mein Green-Tea-Latte schmeckt ausgezeichnet, die jungen Besitzer sind überaus freundlich und das Konzept dieses Ladens ist einfach perfekt – das muss ich an dieser Stelle herausheben.

Nach dieser kurzen Pause fahren wir über Invergarry und Fort William zurück in den Heimatort unserer ersten Schottlandwoche. Hier möchten wir nochmals bei Quarrier’s Kitchen Fish & Chips essen, mit der Betonung auf möchten. Leider bietet man uns, obwohl Personal anwesend ist und die Öffnungszeiten etwas anderes verlautbaren, um 2 Uhr nachmittags wieder kein Essen an. Etwas geknickt fahren wir zum Tourismuscenter von Ballaculish, indem sich ein kleiner Imbiss mit warmen Speisen befindet. Nach einer leider unfreundlichen Bedienung essen wir eine warme Suppe samt Wraps und Baked Potatoes. Fertig gespeist steigen wir wieder ins Auto und kurven das wunderschöne Glen Coe-Tal zurück Richtung Stirling, wo wir via Booking.com ein Hotel gebucht haben.

Das Willow Court Hotel befindet sich am Campus der University of Stirling. Normalerweise leben hier Studenten in Einzelzimmern und teilen sich jeweils Etagenküchen. Die Zimmer des Studentenheimes werden über den Sommer hinweg an Reisende vermietet. Am Hotel und Personal gibt es absolut nichts auszusetzen. Wir werden überaus freundlich behandelt, die Zimmer sind modern und sauber. Für EUR 50,- / Nacht inkl. Frühstück ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Am Abend möchten wir im nahegelegenen Ortsteil von Stirling, Bridge of Allen, zu Abend essen. Es finden sich zahlreiche Pubs. Vom Hunger getrieben stürmen wir das am gemütlichsten aussehendste, werden aber unmittelbar nach der Tür abgewiesen. Ohne Reservierung bekommen wir heute, samstags, keinen Tisch. So ergeht es uns auch beim zweiten und dritten Versuch. Schön langsam keimt in uns der Gedanke auf, dass uns die Pubs in Schottland nicht mögen. Etwas verärgert steigen wir ins Auto und fahren nach Stirling. In der 30.000-Einwohner Stadt müssen wir doch etwas zu essen finden? Zu erst finden wir einen Parkplatz etwas außerhalb, da wir heute aber nicht mehr so viel gehen möchten, steigen wir nochmal ins Auto und fahren in ein Parkhaus, wo wir unseren Wagen abstellen. Nach einigen Gehminuten haben wir zwar kein Pub aber ein gemütlich aussehendes Burgerlokal, das Papa Joes, gefunden. Die Burger sind lecker, allerdings nicht mit denen vom Black Fox in Edinburgh vergleichbar.

Aufgekratzt von einem dunklem Lagerbier gehen wir zurück zur Parkgarage. Doch hier wartet eine böse Überraschung. Sämtliche Tore der Garage, inkl. der Eingänge für Fußgänger, sind verschlossen. Wir können es erst gar nicht glauben. Das Parkhaus schließt jeden Tag um 08:00 Uhr seine Pforten. Es ist 08:30 Uhr. Alle drei haben wir bei der Einfahrt lediglich die Buchstaben in großen roten Lettern „Open on Sunday from 10:00 am – 06:00 pm“ gelesen – und nicht die generellen Öffnungszeiten. Nun haben wir ein Problem, müssen wir doch morgen zum Flughafen und das Mietauto um 10:30 Uhr zurückgeben. Wir rufen bei der Hotline des Parkhauses an, welches aber am Wochenende nicht besetzt ist. Wir gehen zum nächsten Polizeirevier, um hier Hilfe zu erbitten. Leider ist auch dieses nicht personell besetzt. Die einzige Möglichkeit ist der Anruf über die Fernsprechanlage. Eine Dame mit Akzent antwortet uns. Wir schildern ihr unser Problem. Nachdem sie uns versichert, dass wir am nächsten Tag unseren Flug in Edinburgh trotzdem erwischen, beschließen wir zerknirscht ein Taxi zu rufen und uns heimbringen zu lassen. Wenigstens haben wir unsere Koffer vor der Pub-Suche in unsere Zimmer gebracht. Wiederrum steht uns eine unruhige Nacht bevor, hatten wir doch an diesem Tag keine Zeit zu packen und müssen dies alles morgen früh, in Eile, erledigen. Leider nicht der beste Ausklang dieses Tages.

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Goodbye Scotland

Nach einer unruhigen Nacht stehen wir auf. Die Ungewissheit unseres im Parkhaus eingesperrten Autos hat uns einiges an Schlaf gekostet. Das Parkhaus sperrt offiziell um 10:00 Uhr auf, wir werden es aber schon früher versuchen. Nach einem reichhaltigem Frühstück im Willow Court holt uns unser Taxi pünktlich um 09:15 Uhr ab. Unsere Taxifahrerin ist neu im Geschäft und weiß zu erst nicht, wohin wir wollen. Nach einigen Minuten freundlichen Geplauder erreichen wir aber schließlich das Parkhaus. Zu unserer Verwunderung und Freude ist es bereits um 09:30 Uhr geöffnet. Etwas weniger Stress. Wir zerren die Koffer aus dem Taxi hinein ins Parkhaus und beginnen, das Auto auszuräumen und die Koffer zu packen – wir müssen es schließlich in einer Stunde in Edinburgh wieder zurückgeben. Kurze Zeit später sind wir mit dem Packen fertig, haben die Koffer in den Volvo geschlichtet und die zugegebenermaßen günstigen GBP 2,20 für den Parkplatz bezahlt. Die Rückfahrt zum Flughafen Edinburgh verläuft ohne Probleme und wir können das Auto sogar noch rechtzeitig zurückgeben. Die Sorgen waren umsonst, alles ist glatt gelaufen.

Im Flughafen angekommen checken wir mit dem Smartphone ein und sitzen kurze Zeit später in unserem Airbus A321 Richtung Heathrow und München.

Flughafen Edinburgh
Flughafen Edinburgh

Nachdem wir vom Flugplatz abheben gleiten die letzten 17 Tage an unseren inneren Augen vorbei. Trotz der Kälte, des rauen Windes und der lästigen Midges ist Schottland ein faszinierendes Land. Die Landschaften, die prägende Geschichte und die hilfsbereiten Einheimischen haben uns eine außergewöhnliche Zeit beschert. Noch lange werden wir uns an schroffe Berge, an kraftvolle Wasserfälle und an liebliche Orte erinnern. Sowohl die Stille und Einsamkeit als auch die mit Touristen überladenen Hotspots und natürlich die charismatischen, rauchigen, schottischen Whiskeyes haben sich in unseren Gedächtnissen eingeprägt. Doch eines wird uns ganz besonders in Erinnerung bleiben: Klare Nächte mit Sternen und Sternschnuppen, wie wir sie noch nie zuvor erlebt hatten. Danke für dieses Geschenk.

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