Tag 10: Fahrt von Ballaculish zur Isle of Skye

/// Fotoausrüstung: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 UltraweitwinkelErsatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Die 230km lange Fahrt von Ballaculish nach Staffin, Isle of Skye, führt uns wiederrum vorbei an Hochebenen, malerischen Tälern am Rande des Berges Sgurr Fhuaran mit Wasserfällen und dem Eilean Donan Castle, an welchem wir einen längeren Stopp einlegen.

Grüne Landschaft in den Highlands, Langzeitbelichtung
Grüne Landschaft in den Highlands, Langzeitbelichtung

Auch heute ist der Tag schottlandtypisch sehr regnerisch. Leider ist bei unserer Ankunft an der Burg gerade Ebbe, dementsprechend befindet sich die altertümliche Burg nicht im Wasser. Trotzdem bietet die Burg und der Loch Duich eine imposante Atmosphäre. Auch hier sind sehr viele Besucher anwesend, was einem Fan vom ‚ruhigem Schottland‘ nicht unbedingt gefallen wird. Trotzdem besichtigen wir die Burg, sehen uns die prunkvollen Säle und Schlafgemächer, in den u.a. die Mackenzies, die Macrae und Maclennanund  lebten an und besteigen die Außenmauern der Burg. Anschließend genehmigen wir uns einen Imbiss im dazugehörigen Restaurant und besuchen den Giftshop, in welchem ich mir meine erste schottische Mütze zulege.

Eilean Donan Castle, Highlands
Eilean Donan Castle, Highlands
Regen & neues Cappy
Regen & neues Cappy

Wenige Autominuten weiter erreichen wir die Brücke welche die Isle of Skye mit dem Festland verbindet. Das regnerische Wetter hat sich mittlerweile zu einem regelrechten Orkan entwickelt, später erfahren wir, dass die Windwarnstufe ‚Yellow‘ mit Böhen bis zu 90km/h ausgerufen wurde. Die größte Stadt auf Skye, Portree, ist nach ca. 20 Meilen erreicht. Unser Weg führt uns weiter an die Staffin-Bay, welcher zum Teil aus den bekannten Single-Track-Roads besteht. Dies sind einspurige Straßen mit Ausweichen für entgegenkommenden Verkehr.

Nachdem unsere vorhandenen Navigationssysteme die Adresse unseres Cottages natürlich nicht kennen und auch wie gewöhnlich keine Internetverbindung besteht, fahren wir auf gut Glück und mit der vorhandenen Wegbeschreibung des Buchungsportals nach Staffin. Und siehe da, wie finden unser Cottage, das 3 Breckery, auf Anhieb. Das Cottage, gelegen auf einem verlassenen Hügel, ist nur durch eine einspurige Straße zu erreichen, welche zwischen Schaf- und Rinderherden hindurchführt. Die nächsten Nachbarn sind gut 250m entfernt – wir sind mutterseelenallein. Die Aussicht ist fantastisch. Bei gutem Wetter ist das etwa 1km weit entfernte Meer sowie der Old Man of Storr, eine beeindruckende Felsformation, zu sehen. Allerdings hält der Orkan an und wir sind bis auf die Knochen nass, bevor wir unsere Habseligkeiten vom Auto ins Cottage schaffen können. Das aggressive Pfeifen des Windes ist im ganzen Haus zu hören.  Das Cottage ist wie üblich zweistöckig und sehr rustikal eingerichtet.

Cottage auf der Ilse of Skye
Cottage auf der Ilse of Skye
Aussicht vom Cottage 3 Breckery, Staffin, Skye
Aussicht vom Cottage 3 Breckery, Staffin, Skye

Da es in Staffin keine bzw. nur kleine und geschlossene Lebensmittelgeschäfte gibt, beschließen wir, nochmal nach Portree zu fahren um dort einzukaufen. Nach etwa eineinhalb Stunden sind wir zurück am Cottage und gönnen uns Sandwiches, Pizza und ein Glas ‚The Famous Grouse‘. Wir sind auf Skye angekommen.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Tag 11: Ein windiger Tag in der Staffin Bay

/// Fotoausrüstung: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact); ND bzw. Graufilter, 1000x, 67mmErsatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Der Orkan mit Windwarnung ‚yellow‘ hält bis in die Mittagsstunden an. Wir schlafen lange und machen es uns im Cottage gemütlich. Allerdings keimt in uns der Tatendrang auf, nun endlich die Umgebung zu erkunden – trotz 90km/h Sturmböen und Regen. Ich drehe, eingepackt in 3 Jacken und Regenschutz, eine Runde ums Haus. Nach geschätzten 30 Sekunden komme ich aber wieder zurück, inklusive klatschnasser Hose und Kamera – zum Glück ist meine 70D zumindest spritzwasserfest. Der Regen kommt nicht von oben, sondern seitlich. Der Wind ist so stark, dass es einem schwer fällt, dagegen anzugehen. Trotzdem packen wir unsere Sachen und fahren zu den nahegelegenen Mealtfalls, welche über die Steilklippen des Kilt Rocks direkt ins Meer fließt. Bereits beim Öffnen der Autotür wird uns diese aus den Fingern gerissen. Andere Besuchern der Wasserfälle ergeht es ähnlich. Dem Pärchen im Wagen neben uns wird nach Öffnen des Kofferraums eine Jacke einige hundert Meter weit verweht – zum Glück nicht über die Klippen hinab ins Meer. Die Kulisse ist toll. Die etwa 90 Meter hohen Mealtfalls sind über einen Aussichtspunkt einsehbar, welcher zum Glück über ein Geländer verfügt – andernfalls wäre es heute zu gefährlich, da uns der Wind nicht nur einmal ans Geländer klatschen lässt. Nach einigen Minuten beginnt es wieder zu regnen, woraufhin wir uns zurück zum Auto flüchten.

Mealt Falls, Ilse of Skye
Mealt Falls, Ilse of Skye

Unser weiterer Weg führt uns an den Strand der Staffin Bay, welcher allerdings wetterbedingt nicht so eindrucksvoll ist, wie er wohl sein könnte. Anschließend fahren wir die Straße weiter nach Norden und fotografieren Schafe, Briefkästen und englische Telefonzellen.

Einsame Telefonzelle in der Staffin Bay, Isle of Skye
Einsame Telefonzelle in der Staffin Bay, Isle of Skye

/// Fototipp: Gerade beim schottischem Wetter ist es gut, sein Equipment vor Regen zu schützen. Ist die Kamera nicht spritzwasserfest, hilft beispielsweise eine Plastiktüte. Darüber hinaus würde ich immer einige saugfähige Tücher mitnehmen, da sich oft Wassertropfen auf den Linsen der Objektiven wiederfinden. ///

Gegen Abend kehren wir in unser Cottage zurück und unternehmen einen kleinen Spaziergang, bei welchem mittels ND-Filter und Langzeitbelichtung tolle Fotos vom Cottage und von vorbeiziehenden Wolken entstehen. Die Schwierigkeit hierbei ist es, windgeschützte Plätze zu finden, um die Langzeitbelichtung ohne Wackeln durchzuführen – denn die Windböen sind so stark, dass sie meine 3kg schwere Ausrüstung ins Wanken bringen.

Langzeitbelichtung für Verwischungseffekt, F16, ISO 100, 30 Sek., ND 1000x
Langzeitbelichtung für Verwischungseffekt, F16, ISO 100, 30 Sek., ND 1000x

Am Abend kochen wir erneut Wildlachs, trinken Bier und Wein. Später sehen wir uns den Film Taken mit Liam Neeson an, da unser Gastgeber zufällig die DVD im Regal stehen hat. Einer der besten Actionfilme der letzten 10 Jahre, wie ich finde.

Ein verdientes Abendessen
Ein verdientes Abendessen
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Tag 12 Taliskerbay, Fairypools und eine böse Überraschung

/// Fotoausrüstung: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact); ND bzw. Graufilter, 1000x, 67mm; Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Am dritten Tag auf Skye haben wir uns einiges vorgenommen: Wir wollen sowohl die Talisker Bay als auch die Fairy Pools erkunden, welche im Südwesten von Skye liegen.

Da sich unser Cottage im Nordosten der Insel befindet, steht uns zunächst eine längere Autofahrt bevor. Allerdings sind die Dimensionen der etwa 40x40km großen Insel relativ überschaubar, sodass man trotz Single-Track-Roads seine Ziele in einer angemessenen Zeit erreichen kann. Das Wetter ist trocken und teilweise sogar sonnig – perfekte Voraussetzungen für tolle Fotos bereits am Morgen.

Sonnenaufgang Nähe Staffin, Isle of Skye
Sonnenaufgang Nähe Staffin, Isle of Skye

Unsere Route führt uns von Staffin über Portree und Sligachen hin zur Talisker Bay.

Nach nur wenigen Minuten Fahrt stechen uns aufgrund des guten Wetters die Old Man of Storr, eine beeindruckende Felsformation, ins Auge. Wir halten am Straßenrand um diesen Anblick zu verewigen.

Old Man of Storr
Old Man of Storr

Unser nächster halt ist Portree, da unser Reiseföhn am Vortag den Steckdosenadapter das Licht ausgeknipst hat. Fündig werden wir witzigerweise in einer Buchhandlung, unserem ersten Stopp. Anschließend halten wir kurz in Sligachen, um die wunderschöne gemauerte Brücke, die über den gleichnamigen Fluss führt, zu fotografieren. Tolle Aufnahmen entstehen.

Aufnahme mit Langzeitbelichtung
Aufnahme mit Langzeitbelichtung
Steinbrücke bei Sligachen
Steinbrücke bei Sligachen

Ursprünglich sind unser erstes Ziel die Fairy Pools, allerdings verfahren wir uns so, dass wir aus Zufall zuerst zur Talisker Bay gelangen. Allerdings gibt es auch nicht besonders viele Straßen, woraufhin sich die Chance dieses Zufalles um einiges reduziert. Die gleichnamige Destillery befindet sich in der Nähe. Da in diese aber nach der Reihe Besucher in Reisebussen angekarrt werden, verzichten wir auf einen Besuch.

Die Taliskerbay erreichen wir über eine sehr schmale Gebirgsstraße mit wenig Verkehr. Nachdem ein Parkplatz am Rande der Straße gefunden wurde (es gibt keinen wirklichen Parkplatz, deshalb muss man auf den Straßenrand ausweichen), machen wir uns zu Fuß mit Picknick-Equipment, Jacken und Kameraausrüstung auf den Weg. Das Wetter stimmt, immer wieder kommt die Sonne zum Vorschein. Auf dem Weg zur Bay begegnen wir einem wilden Pfau, Hunden und einer Schafherde. Einige Schafe grasen vergnüglich, einige Männchen sind aufgekratzt und geraten sich im wahrsten Sinne an die Hörner.

Schafe in der Taliskerbay
Schafe in der Taliskerbay

Nach etwa 20 Minuten Gehzeit erreichen wir die Bay. Einige Besucher sind schon hier, allerdings verteilen sich diese auf die etwa 1km breite Bay. Wir erkunden diese von einer Seite zur anderen, machen unzählige Fotos von Wellen, Wasserfällen und Steinen.

Talisker Bay, Isle of Skye
Talisker Bay, Isle of Skye
Schafe in der Talisker Bay, Isle of Skye
Schafe in der Talisker Bay, Isle of Skye

Eine kleine Warnung am Rande, wenn ihr die Bay Richtung Süden (links) erkundet, werden die Steine sehr, sehr glitschig und rutschig. Nach dem es mich im wahrsten Sinne, entschuldige die Ausdrucksweise, auf die Fresse gelegt hat, bewege ich mich auf mindestens drei, manchmal auf vier meiner Extremitäten fort. Nach einigen Stunden Aufenthalt und leckeren selbst gemachten Sandwiches machen wir uns auf, zurück zum Auto. Mein Arm wird noch Wochen nach dem Sturz schmerzen, aber was macht man nicht alles für eine tolle Aufnahme.

Felsformation in der Talikser-Bay
Felsformation in der Talikser-Bay

Wir fahren die Bergstraße auf die Hauptstraße zurück und Richtung Glenbrittle, der Heimat der Fairy Pools. Die Distanz von der Hauptstraße zu den Fairy Pools sind ca. 7 Meilen. Geparkt wird auch hier Straßenrand – da wo bereits alle anderen Touristen parken. Von unserem Parkplatz bis zum Anfang der kleinen Wasserfälle ist es ein ca. 20 minütiger Fußmarsch. Da mittlerweile wieder Wolken am Himmel sind und es eine Dämmerstimmung angenommen hat, sind auch die Midges wieder sehr aktiv und überaus lästig. Auf den Wasserfällen tummeln sich eine beträchtliche Anzahl von Menschen, viele machen Fotos, andere mutige gehen sogar baden (bei ca. 13 Grad °C Außentemperatur inkl. steifer Brise). Ich persönlich bin mit mehreren Jacken unterwegs da ich es lieber warm mag. Trotz der Anzahl von Menschen, die sich glücklicherweise über einen relativ weiten Weg hoch Richtung Berg verteilen, gelingen tolle Fotos, vor allem mit ND-Filter und Langzeitbelichtung. Nicht nur einmal stehe ich in der Mitte des Baches inklusive Stativ im Wasser und warte, bis die Sonne durch die Wolken hindurch blinzelt und mir einen tollen Anblick verschafft. Am obersten Ende des Flusses angekommen habe ich Glück. Die Sonne kommt raus, scheint auf den im Hintergrund liegenden Berggipfel der Cuillin Hills und zeigt ein atemberaubendes Schattenspiel.

Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye
Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye
Fotoaufnahme mit Langzeitbelichtung
Fotoaufnahme mit Langzeitbelichtung
Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye
Fairy Pools, Glen Brittle, Isle of Skye

Nach zig verschiedenen Aufnahmen machen wir uns zügig auf den Rückweg, da es bereits 19:30 Uhr abends ist und noch eine längere Fahrzeit nach Hause bevorsteht. Ich gehe voraus Tal abwärts, um mich auf den gegenüberliegenden Hügel wieder hinauf zu kämpfen und das Auto zu holen. Zum ersten Mal komme ich in Schottland richtig ins Schwitzen. Auf der Rückfahrt halten wir nochmals in Portree an, um beim gefühltem einzigen (und extrem überfülltem) Supermarkt der Insel, um unsere Vorräte aufzustocken. Daheim angelangt wird gekocht. Kurze Randnotiz, es gibt in Portree noch einen weiteren, größeren Supermarkt inkl. vielen Parkplätzen, das erfahren wir aber erst einige Tage später.

Heimfahrt von den Fairypools, Skye
Heimfahrt von den Fairypools, Skye
Schaf auf der Straße, Hochebene von Skye
Schaf auf der Straße, Hochebene von Skye

Später am Abend fällt mir ein, dass ich noch eine wichtige Geburtstagspostkarte versenden muss. Deshalb springe ich nochmals ins Auto und fahre zum nächsten Briefkasten. Wieder zu Hause parke ich das Auto etwas weiter weg vom Cottage im davor gelegenen Rasen, da es aufklart und ich das Cottage inklusive Sterne fotografieren möchte. Allerdings rechne ich nicht damit, dass sich die Räder unseres Volvo V40 „Crosscountry“ (bewusst in Anführungszeichen) nach nur wenigen Sekunden 20-30cm im vom Regen aufgeweichten Rasen eingraben.

Am Morgen danach: eingegrabener Volvo im Vorgarten
Am Morgen danach: eingegrabener Volvo im Vorgarten

Es ist halb 12 Uhr abends und wir versuchen alles, um aus dem Morast zu kommen. Wir schieben, graben und versuchen es mit Steinplatten, die wir im Schuppen des Cottages finden. Nach eineinhalb Stunden, erdig bis zum Ellbogen vom Graben rund um die Reifen, geben wir auf. Wir brauchen Hilfe. Zerknirscht und verärgert über die eigene Dummheit gehen wir ins Bett.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Tag 13: Duntulm Castle, Skyebier & eine sternenklare Nacht

/// Fotoausrüstung Tag: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 18-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Canon 75-300mm 4,0-5,6 TelezoomCanon 60mm Makro; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Nach einer unruhigen Nacht stehen wir auf. Der noch nicht gelöste ‚Auto-im-Schlamm-stecken-geblieben-Vorfall‘ vom Vortrag hat uns einen unruhigen Schlaf bereitet.

Im Schlamm festgefahren
Im Schlamm festgefahren

Trotzdem sitzen wir uns erstmal an den Frühstückstisch. Gestärkt machen wir uns auf die Suche nach einem Helfer in unmittelbarer Umgebung, der uns mit unserer Auto-Misere helfen kann. Wenige hundert Meter von unserem Cottage entfernt wohnt der erste Nachbar. Wir klopfen an der Tür, doch öffnet uns nach zwei Versuchen niemand die Tür. Ich versuche es ein letztes Mal. Ein in zerrissenem T-shirt steckender Schotte öffnet uns die Tür. Wir tragen ihm unser Problem vor und er versichert uns, in fünf Minuten bei unserem Cottage zu sein. Wir freuen uns über die Hilfe und gehen zurück. Noch nicht einmal den Abschlepphaken an unserem Volvo befestigt, ist unser Helfer bereits mit seinem in die Jahre gekommenen Mondeo vorgefahren. Wir vertauen die beiden Wagen und steigen ein. Der erste Versuch schlägt fehl, unser Volvo hat sich zu tief in den schlammigen Morast eingegraben. Erst nach einigen mehreren Ziehversuchen lösen sich die Reifen aus dem matschigem Untergrund und wir sind frei. Wir möchten unserem Helfer eine Entlohnung anbieten, doch dieser winkt ab und sagt nur „You’re on holiday here, enjoy it“. Später kaufen wir ihm eine Viererpackung Isle of Skye-Ale und stellen ihm diese auf die Veranda. Der Tag kann nun beginnen.

Wir fahren die Küste Richtung Norden und erreichen zuerst eine alte Wikinger Ruine, das Duntulm Castle. Die Begebenheit dieser auf einer Steilklippe und die vorhandenen Warnschilder mahnen uns zur Vorsicht.

Duntulm Castle, Skye
Duntulm Castle, Skye

Allerdings halten diese andere Besucher und deren Kinder nicht davon ab, auf den noch vorhandenen Mauern und Türmen herumzuklettern. Kopfschüttelnd über die Eltern, welche mehr in ihr Smartphone schauen als ihre Kinder zu beaufsichtigen und dadurch erst sehr spät auf das Treiben ihrer Kinder aufmerksam werden, verlassen wir die Ruine. Einige Kurven nach der Ruine befindet sich ein menschenleerer Strand – Perfekt für einige Fotos und ein Picknick.

Menschenleerer Strand nahe Duntulm Castle
Menschenleerer Strand nahe Duntulm Castle
Steinstrand und Wellen - Langzeitbelichtung mit ND-Filter
Steinstrand und Wellen – Langzeitbelichtung mit ND-Filter
Selbstgebautes Steinmännchen
Selbstgebautes Steinmännchen

Nach etwa einer Stunde setzen wir unsere Fahrt an der Küste bis zur kleinen Hafenstadt Uig fort

Kurzer Stopp am Straßenrand
Kurzer Stopp am Straßenrand

Von Uig setzen Fähren auf die inneren Hebriden über. In dem beschaulichem Städchen befinden sich ein Tearoom, ein Restaurant mit Bar, eine Tankstelle, die Skye Brewerie und eine Töpferei. Heute ist es so warm, dass wir zum ersten und letzten Mal beschließen, beim Essen draußen zu sitzen. Außerdem besuchen wir die Skye Brewery, die sich nur 100m entfernt befindet. Ich persönlich empfehle das fruchtige rote Skyebier.

Nach dem Besuch in Uig fahren wir quer durch die Insel über eine Hochebene nach Staffin zurück. Es handelt sich um eine Single Track Road, welche aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens gut befahrbar ist. Wir fahren Hügel auf und ab, schlängeln uns an Bergen entlang und halten für Schafe, die die Straße kreuzen. Außerdem finden ein idyllisches Flüsschen am Rande des Weges.

Flüsschen am Rande der Single-Track-Road
Flüsschen am Rande der Single-Track-Road

Zu Hause angekommen ist das Wetter noch immer sehr heiter. Daher fahren wir nochmal nach Staffin, um hier einen kleinen Spaziergang zu machen. Die Sonnen strahlt durch den wolkenverhangenen Himmel und zaubert wundervolle Motive:

Sonnenstrahlen in der Staffin Bay, Skye
Sonnenstrahlen in der Staffin Bay, Skye
Loch Mealt in der Nähe von Staffin, Skye
Loch Mealt in der Nähe von Staffin, Skye

/// Fotoausrüstung Nacht: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 UltraweitwinkelMittleres Stativ (Manfrotto Compact)Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Das schöne Wetter hält sich bis zum Abend und nicht nur das, es klart komplett auf – sehr untypisch für Schottland. Das müssen wir ausnützen. Wir bleiben wie schon die Woche davor trotz Müdigkeit von der etwas unruhigen Nacht bis ein Uhr auf. Der Sternenhimmel ist Atemberaubend. Es gibt keine Lichtverschmutzung, wir müssen nur in unseren Vorgarten gehen und die Lichter des Hauses Dimmen. Die Milchstraße, der große Wagen und andere Sternbilder sind deutlich zu sehen. Immer wieder blitzen Sternschnuppen auf. Eine magische Nacht.

/// Fototipp: Verwende ein Weitwinkelobjektiv (bis max. 28mm, am besten ca. 10mm) mit hohe Lichtstärke und belichte für ca. 20 Sekunden. Der Fokus muss auf unendlich eingestellt sein. Der ISO-Wert kann je nach Lichtstärke des Objektives (z.B. Blende 4,5 mit ISO 2000) eingestellt werden. Belichtungen mit mehr als 20-25 Sekunden führen zu Verzerrungen der Sterne, da sich die Erde dreht. ///

Sternenhimmel mit Sternschnuppe über unserem Cottage
Sternenhimmel mit Sternschnuppe über unserem Cottage. Einstellungen: Ultraweitwinkel,  Brennweite 10mm, Blende 4,5, 25 Sekunden, ISO 1600;
Milchstraße
Milchstraße. Einstellungen: Ultraweitwinkel, Brennweite 10mm, Blende 4,5, 25 Sekunden, ISO 2500;

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Tag 14: Sonnenaufgang, Regen & Portree

/// Fotoausrüstung Sonnenaufgang: Canon EOS 70D, Canon 18-135mm 3,5-5,6 Weitwinkel-Telezoom; Canon 10-18mm 4,5-5,6 Ultraweitwinkel; Canon 75-300mm 4,0-5,6 Telezoom; Mittleres Stativ (Manfrotto Compact); Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Kaum schlafen gegangen, stehen wir heute schon wieder um 05:30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Anfänglich noch von der Müdigkeit übermannt, beschließe ich doch aufzustehen und ziehe alle Jacken an, die ich mitgenommen hatte. Immerhin hatte es letzte Nacht 7°C inkl. leichtem Wind. Den Zwiebellook perfekt inszeniert packe ich meine Kameratasche und sehe draußen bereits die ersten Sonnenstrahlen. Eine meiner Mitreisenden ist bereits auf und wartet am Wegrand, der zu unserem Cottage führt, gebannt auf den Sonnenaufgang. Von unserm Cottage aus haben wir Sicht auf das Meer und die davor liegenden Steilküsten. Darüber befindet sich eine dicke Wolkenschicht. Ich schraube mein Weitwinkelobjektiv auf das Kamerabajonett und die Fotoserie kann beginnen. Nach gefühlten 50 Fotos ist das Spektakel vorbei und die Sonnen ist in der Wolkenschicht verschwunden. Da wir diese Nacht nur grob drei Stunden geschlafen haben, beschließen wir, den Schlaf nachzuholen.

Sonnenaufgang 3 Breckery, Staffin, Isle of Skye
Sonnenaufgang 3 Breckery, Staffin, Isle of Skye

/// Fotoausrüstung Portree: Canon PowerShot 9G X; Ersatzakku; 128GB 80mb/s Speicherkarte ///

Um etwa 10 stehen wir wieder auf und sind froh darüber, den Sonnenaufgang bewundert zu haben. Mittlerweile hat sich der rote Himmel in ein grau gefärbt. Es regnet und der Wind peitscht wieder an die dünnen Fenster des Cottages. Aufgrund des Wetters entscheiden wir uns dazu, heute die mit etwa 2.300 Einwohner größte Stadt von Skye, Portree, anzusehen. Nach etwa 20 Autominuten angekommen und einen Parkplatz gefunden, schlendern wir, aufgrund des nasskalten Wetter mehr oder weniger gemütlich, durch die Straßen der Stadt. Es finden sich Buchläden, Geschäfte für Outdoorbekleidung und Läden mit typischen schottischen Wollwaren wie Schals, Hauben, Pullovern usw. Hervorzuheben ist eine indische Kleiderboutique, das Skye Batiks, welche sehr kreative Kleidung und Stofftiere in buntem und modernen Design anbietet. Portree ist darüber hinaus bekannt für seine bunte Häuserzeile am Hafen. Glücklicherweise konnte hier einige Tage zuvor ein freundliches Foto geschossen werden.

Bunte Häuserzeile von Portree, Isle of Skye
Bunte Häuserzeile von Portree, Isle of Skye

Gegen zwei Uhr packt uns der Hunger und wir beschließen in einem der hiesigen Pubs zu Mittag zu essen. Wir besuchen insgesamt drei Pubs, in allen wird uns aber mitgeteilt, dass wir zu spät für Mittagessen wären. Tatsächlich sind wir aber nicht die einzigen, die gerne noch etwas zu Mittag essen würden. Ein Urlauber nach dem anderen wird abgewiesen.  Hier sollte meines Erachtens die Öffnungszeiten etwas überdacht werden – außer die Wirte wollen sich dieses Geschäft aufgrund ihrer ‚kulturellen Tradition‘ tatsächlich entgehen lassen. Wir genehmigen uns im Relish, ein modern wirkender Delikatessenladen mit Snacks, eine heiße Fischsuppe sowie einige Süßigkeiten und machen uns nach etwa drei Stunden wieder auf den Heimweg.

Zu Hause lassen wir den restlichen Tag gemütlich ausklingen, kochen uns zu Abend und sehen die VHS des ersten James Bond aus dem Jahre 1962 an, Dr. No mit Sean Connery, an, die uns unser Vermieter freundlicherweise zur Verfügung stellt.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail